Beueler Gesamtschüler gründen Alphabetisierungs-Initiative

"Roter Schmetterling" greift ein

Pützchen. Nicht länger nur über Gutes reden, sondern auch selber Gutes tun, wollte die Klasse 7 a der Integrierten Gesamtschule Beuel (IGS) und machte sich auf die Suche nach einem wohltätigen Projekt, in dem sie sich engagieren können. Den richtigen Partner fanden die Schüler im "Verein zur Förderung der Alphabetisierung - OPAM", dem sie sich als Unterorganisation "Roter Schmetterling" in diesem Schuljahr anschlossen.

"Unser Klassen- und Religionslehrer Daniel Mays hatte bereits Kontakt zu OPAM und stellte uns die Organisation und ihre Ziele im Unterricht vor", erklärt die Schülerin Phyllis Akalin (12). 1972 gründete Monsignore Don Carlo Muratore in Rom das Hilfswerk "Opera die Promozione della Alfabetizzazione nel Mondo".

Nach langjähriger Arbeit in Brasilien erkannte Muratore, dass nur durch die Förderung der Alphabetisierung sich der Teufelskreis aus Armut und Unterdrückung aufbrechen lässt. 1980 wurde in Lindlar-Linde die hiesige Abteilung OPAM-Deutschland im bergischen Lindlar-Linde gegründet. Der Verein ist sowohl in Deutschland als auch der deutschsprachigen Schweiz und Österreich aktiv.

Internet Externer Link Weitere Infos unter www.opam.de

Zweimal nahmen die Schüler des Projektes "Roter Schmetterling" an Schulveranstaltungen teil. "Am Tag der offenen Tür beteiligten wir uns mit einem großen Informationsstand sowie mit einer Spendensammlung", erklärt die Zwölfjährige. Mit einer Powerpoint-Präsentation, einem multimedial unterstützten Vortrag, informierten die Schüler ihre Besucher über die Lebens- und Bildungsbedingungen in Entwicklungsländern.

Begleitend verteilten sie Informationsbroschüren. Auch am Elternsprechtag wurde "Roter Schmetterling" aktiv. Wiederum an einem Infotisch klärten die Schüler Eltern und Lehrer über das Förderpotenzial einer gezielten Alphabetisierung benachteiligter Menschen in Entwicklungsstaaten auf. Etwas Besonderes ließen sich die engagierten Jugendlichen bei ihrer Spendenakquise einfallen.

"Jeder Spender wurde mit einem selbst gebackenen Muffin oder mit einem frischen Kuchenstückchen überrascht", sagt Phyllis. Leicht sei es nicht immer gewesen die eigentlich gestressten Eltern davon zu überzeugen, für ein paar Minuten den Schulalltag zu vergessen, erinnert sich die junge Schülerin. Meist sei man dann aber doch erfolgreich gewesen. Exakt 401,82 Euro kamen bei den Sammelaktionen zusammen, weitere Projekte sind in Planung. "Wir denken gerade darüber nach, ob man nicht vielleicht einen Werbefilm drehen könnte", erklärt die junge Pressesprecherin.