Berliner Haushälter spendieren weiteren UN-Baustein für Bonn

55,31 Millionen Euro sollen aus altem Abgeordnetenhaus energietechnisches Schmuckstück machen, das zu neuen Nutzern vom Klimasekretariat passt

Bonn/Berlin. 55,31 Millionen Euro lässt sich der Bund den nächsten Baustein für Bonn als Zentrum für internationale Zusammenarbeit kosten. Diese Summe gab am Mittwoch in Berlin der Haushaltsausschuss des Bundestages frei, um damit das sogenannte achtstöckige "alte Abgeordnetenhochhaus" zwischen Plenarsaal und Wasserwerk zu sanieren und umzubauen.

An der Ecke Görresstraße/HermannEhlers-Straße sollen nach dem Umbau die gut 300 Mitarbeiter des Klimaschutzsekretariates der Vereinten Nationen (UN) unterkommen. Das Sekretariat rechnet mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren.

"Wir sind mit dem Beschluss von heute sehr zufrieden", hoben die Bonner Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD) und Stephan Eisel (CDU) in einer Pressemitteilung ihr gemeinsames Engagement für ihren Wahlkreis hervor. "Mit dem Umbau des alten Abgeordnetenhochhauses wird der Campus der Vereinten Nationen, der schon den Langen Eugen umfasst, komplettiert", so Eisel und Kelber.

Und damit der sanierte Bau seinen neuen Nutzern, die sich beruflich mit Klimaschutz und Klimawandel auseinandersetzen, auch gut zu Gesicht steht, soll er ein Vorbild hinsichtlich des Energieverbrauchs sein. "Das Haus soll praktisch keinen Heiz- und Kühlbedarf mehr haben", teilen Kelber und Eisel mit.

Auch Bonns OB Bärbel Dieckmann freut sich über die Nachricht aus Berlin: "Ich begrüße diese erneute Unterstützung für den Ausbau der deutschen UN-Stadt Bonn durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages." Das UN-Sekretariat zum Klimawandel, die größte der Bonner UN-Organisationen, bekomme ein ökologisches Mustergebäude. Was ihren Stromlieferanten angeht, sind die 17 Bonner UN-Einrichtungen ohnehin schon vorbildlich: Sie alle nutzten bereits seit langem das Ökostromangebot der Stadtwerke.

Mit dem Umzug des Klimasekretariates, das zurzeit noch im Haus Carstanjen an der Plittersdorfer Martin-Luther-King-Straße untergebracht ist, wächst der UN-Campus um den Langen Eugen weiter.

Schon bei seiner Einweihung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und den damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan am 12. Juli 2006 stand der Umzug des Klimasekretariates auf dem Plan. Allerdings verzögerte sich der für 2007 vorgesehene Wechsel, weil der Haushaltsausschuss die Finanzierung auf Eis legte.