Aus für die Konzerte auf dem Bonner Museumsplatz

Die Verhandlungen sind gescheitert. Die Stadt Bonn sucht nach einem Alternativstandort und einem neuen Format.

Bonn. Die Verhandlungen der Bundeskunsthalle mit einem potenziellen Betreiber für die Konzerte auf dem Museumsplatz sind gescheitert. Bernhard Spies, Geschäftsführer der Bundeskunsthalle, erklärte am Montag, man sei in den Gesprächen übereingekommen, dass der Museumsplatz unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht wirtschaftlich betrieben werden könne.

Auch die Verhandlungen mit der Stadt Bonn sind offensichtlich an einem Punkt angelangt, von dem aus man auf getrennten Wegen geht. Laut Kulturdezernent Martin Schumacher sucht die Stadt Bonn nach alternativen Standorten für Rock- und Popkonzerte. Schumacher begrüßt gleichwohl, dass es unter der Ägide der Bundeskunsthalle "weiterhin kleinere Veranstaltungen" geben werde. Laut Schumacher soll die Stadt nicht als Veranstalter auf dem Museumsplatz auftreten.

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"Wir sind auf einem guten Weg sicherzustellen, dass es auch weiterhin Open-Air-Konzerte für Rock- und Pop-Fans in Bonn geben wird", fasst Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch den derzeitigen Stand der Diskussion innerhalb der Stadtverwaltung zusammen. Inhalt der Gespräche ist nicht nur die schwierige Standortfrage - nur sehr wenige Areale scheinen für den Konzertbetrieb geeignet zu sein. Überlegt wird auch, ein "auf Bonn zugeschnittenes Format" (Schumacher) der Veranstaltungen zu entwickeln.

"Die SPD setzt sich dafür ein, dass es auch in 2012 und den Folgejahren in Bonn Möglichkeiten gibt, um ?Open-Air' Rock- und Pop-Konzerte durchführen zu können", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Wilfried Klein, der nach wie vor den Museumsplatz als optimalen Standort sieht. "Wir sehen aber, dass der Bund die Konzerte in dieser Form definitiv nicht mehr will", sagte Klein. Er drängt auf einen Interimsbetrieb für 2012, um in der Zeit eine dauerhafte Alternative zu entwickeln.

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In einer ersten Reaktion lobte Tom Schmidt von den Grünen die Initiative der Stadt, über neue Standorte und Formate nachzudenken. Gleichwohl kritisierte er die "geringe Beweglichkeit" der Bundeskunsthalle: "Es ist ein bedauerliches Ergebnis, schade, dass eine Tradition in Bonn zu Ende geht."

Diese angesprochene Tradition mit Stars wie Elton John, R.E.M, Status Quo, den Scorpions, Bushido und David Bowie ist Geschichte, genauso wie die Rekord-Besucherzahlen. Die aktuelle Bilanz sieht anders aus: Spies kritisiert die schlechte Auslastung des Platzes. 20 Prozent der Konzerte mussten wegen mangender Nachfrage verlegt werden. Seit 2005 sei, so Spies, die Zahl der Besucher um 85 Prozent zurückgegangen.