Außergewöhnlicher Einsatz für die Erbebenopfer in Haiti

Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums sammeln mehr als 10 000 Euro für Haiti. Unterstützung kommt auch aus den Partnerschulen in Armenien.

Beuel-Limperich. Entsetzt und gelähmt seien die Schüler gewesen, als am 12. Januar die ersten Nachrichten vom Erdbeben in Haiti eintrafen, erinnert sich Bernhard Hillen, Schulleiter des Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG). "Nach dem ersten Schock kam unter den Schülern schnell der Wunsch auf, helfen zu wollen."

Aus diesem ersten Impuls wurde schnell mehr - "es entstand eine beeindruckende Bewegung von unten", sagte Hillen. Denn die Schüler blieben nicht untätig: Kurz entschlossen stellten sie eine Fastenhilfsaktion auf die Beine, die ihresgleichen sucht. Höhepunkt der Initiative war der Aktionstag am 24. März ( der GA berichtete). Beeindruckende 8 912 Euro kamen bei den unzähligen Projekten zusammen.

Außergewöhnlich waren auch der Einsatz und die Anteilnahme, die aus unerwarteter Ecke die Schule erreichte. "Im Rahmen unserer Kooperationspartnerschaft mit der Caritas Armeniens nahmen wir Kontakt mit den 30 Dorfschulen auf, die wir dort seit acht Jahren unterstützen", so Hillen.

Die Reaktion der armenischen Freunde kam prompt. Obwohl das durchschnittliche Monatseinkommen zehnmal niedriger liegt als in Deutschland, sammelten die armenischen Schüler 1 750 Euro, um die Aktion des KFG zu unterstützen. "Die Katastrophe erinnerte uns stark an das verheerende Beben, dass unsere Region 1988 erschütterte. Bis heute spüren wir die Folgen des Unglücks", sagt Lehrerin Lysine Ikilikyan. Mit sieben Schülern aus Gyumri besucht sie derzeit das KFG.

Bestimmt ist die Gesamtsumme von nun 10 662 Euro für die Haitiarbeit der Hilfsorganisation Don-Bosco Jugend-Dritte-Welt. "Wir sind seit 60 Jahren in Haiti aktiv. Unsere zerstörten Schulprojekte bauen wir nun erst mal mit 400 Schulzelten für je 40 Schüler wieder auf. Der Schulbetrieb soll möglichst schnell wieder im ganzen Land anlaufen", erklärt die Öffentlichkeitsreferentin Annegret Spitz.