Architekten: Bonner Stadthaus ist nicht zu sanieren

Die Überlegungen in der Stadtverwaltung, das Bonner Stadthaus nicht abzureißen, sondern nur zu sanieren, kann der Bund Deutscher Architekten (BDA) Bonn-Rhein-Sieg nicht unterstützen. Der BDA sieht erhebliche Risiken und empfiehlt den Abriss des Verwaltungsgebäudes.

Bonn. (ca) Die Überlegungen in der Stadtverwaltung, das Bonner Stadthaus nicht abzureißen, sondern nur zu sanieren, kann der Bund Deutscher Architekten (BDA) Bonn-Rhein-Sieg nicht unterstützen. Die von der Stadt auf 120 Millionen Euro geschätzten Umbaukosten seien auch aus Sicht erfahrener Architekten "nicht zweifelsfrei" zu kalkulieren, Neubaukosten indes sehr wohl.

"Das Stadthaus als Kind der frühen siebziger Jahre ist hinsichtlich seiner Bausubstanz und Gebäudetechnik hoffnungslos veraltet", sagt BDA-Vorstandsmitglied Joachim Klose. Darüber hinaus entsprächen die vorhandenen Großraumbüros längst nicht mehr "zeitgemäßen und leistungsorientierten Büroarbeitsstrukturen".

Auch wenn die Bezeichnung von der "städtebaulichen Sünde" schon sehr strapaziert worden sei, treffe dies durchaus den Kern. "Die Bonner Stadtsilhouette wird durch das die Altstadt überragende Stadthaus seit 40 Jahren nachteilig beeinträchtigt", sagte Klose.

Auch der im Zusammenhang mit der Sanierung des Gebäudes angedachte Umbau der gesamten Sockelzonen des Gebäudes mit den zurzeit "unsäglichen Garagengeschossen" täusche nicht darüber hinweg, dass das Stadthaus an seiner jetzigen Stelle und Form "nicht mehr verantwortungsvoll zu halten ist".

Der BDA sehe in der Diskussion um die Zukunft des Stadthauses die einmalige Chance, sowohl städtebaulich als auch strukturell nachhaltige Verbesserungen für Bonn erreichen zu können. Die Diskussion um das Stadthaus sollte dazu dienen, Flächenbedürfnisse und Verteilung der Verwaltungsstruktur intern zu optimieren, sagte Klose.

Dabei sei es durchaus denkbar, eine Dezentralisierung der Verwaltung im für alle Beteiligten sinnvollen Maße durchzuführen. Aus Sicht des BDA könnten zum Beispiel Bürgeramt und Bürgerdienste vom übrigen Verwaltungsapparat getrennt und an anderer Stelle in der Innenstadt untergebracht werden. Als Platz für eine Neuansiedlung bringt der BDA den Bahnhofvorplatz ins Gespräch, der sich im Eigentum der Stadt befände.