Angst vor massiver Bebauung in Ippendorf

Der geplante Wohnkomplex Smetana-Carrée, der auf dem Gelände der ehemaligen Tschechischen Botschaft in der Ferdinandstraße entstehen soll, sorgt weiterhin für Unmut.

Ippendorf. Der geplante Wohnkomplex Smetana-Carrée, der auf dem Gelände der ehemaligen Tschechischen Botschaft in der Ferdinandstraße entstehen soll, sorgt weiterhin für Unmut. Nun soll die Politik auf die Problematik aufmerksam gemacht werden: Rund 30 Bürger waren zu einer Ortsbegehung mit dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Werner Hümmrich gekommen.

"Eine Bausünde, die in den 80er Jahren begangen wurde, muss man nicht wiederholen", sagte Hümmrich während der Begehung. Es sei jedoch noch nichts entschieden, beruhigte er die Anwohner. Gemeinsam mit dem FDP-Stadtverordneten Achim Kansy, dem FDP-Planungssprecher Frank Thomas, dem FDP-Bezirksfraktionsvorsitzenden Elmar Conrads-Hassel und dem FDP-Bezirksverordneten Frank Herboth machte er sich vor Ort ein Bild.

"Man muss etwas Vernünftiges als Ersatz schaffen und nicht den Gebäuden, die Auf dem Essig sind, den ganzen Freiraum nehmen", beschwerte sich eine Anwohnerin. "Hier bleibt kein einziger Baum auf dem Gelände", gab ein Anwohner zu bedenken. "Unsere Straßen werden alle zugeparkt", war ein weiteres Argument.

Dies sind einige der Befürchtungen, die auch Theo Varnholt von der Bürgerinitiative "Ippendorf/Tschechische Botschaft" vortrug. Unter anderem forderte er, dass nur dreigeschossig gebaut wird. Zudem sollten Parkplätze in Tiefgaragen verlegt werden. Vor rund vier Wochen habe er Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch geschrieben und bis heute keine Antwort erhalten, bemängelte er.

Für weiteren Unmut sorgte der Internet-Auftritt des Investors, die Areal Grundstücks- und Bauträgergesellschaft Köln: Dort präsentiere das Unternehmen eine Vormerkungsliste für potenzielle Käufer mit den aktuell diskutierten Bauplänen, so Varnholt weiter. Mehr als 200 Unterschriften gegen das Bauvorhaben seien bisher gesammelt worden, schätzte Martin-Peter Büch von der Bürgerinitiative.

Zusätzlich seien Beschwerden von rund 40 Anwohnern an die Stadt Bonn gegangen. Vertreter der CDU und der Grünen hätten sich das Gelände bereits angesehen. Vertreter der SPD hätten sich auch bereits angesagt, so die Initiative. Sie wolle, dass die Grundlagen eines bereits bestehenden Bebauungsplans aus dem Jahr 2002 berücksichtigt werden, erläuterte Büch. Dieser sieht eine weniger dichte Bebauung vor, der östliche Teil des Geländes soll frei bleiben.

Es ginge nicht darum, etwas zu verhindern, sondern etwas Positives zu schaffen, das zu Ippendorf passt. Derweil konnte auch Peter Haep vom Stadtplanungsamt nicht klären, ob die Firma Areal bereits Eigentümer des Grundstücks ist. Die Verwaltung beschäftige sich mit den Anregungen der Anwohner, wie auch ein vom Investor beauftragte Planer, beschwichtigte er. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan sei nur ein erster Entwurf unter frühzeitiger Beteiligung der Bürger.