Aktiv helfen ist noch besser als spenden

30 Scouter des Ako-Pro-Seminars stehen in den Startlöchern für ein fünfwöchiges Afrika-Projekt. Beim heutigen Sponsorenlauf soll Geld gesammelt werden

Bad Godesberg. Der Mann redet Klartext. In Burkina Faso seien es im Schnitt 45 Grad heiß. Bei hoher Luftfeuchtigkeit natürlich, erklärt Klaus-Jürgen Knüttgen, Leiter des Jugendbildungszentrums Ako-Pro-Seminar, seinen Mitfahrern nach Westafrika. "Wir brauchen also keine Schlafsäcke", geht er mit den 28 Ako-Pro-Scouts beim letzten Treffen vor der großen Reise noch einmal die Gepäckliste durch. Viel Kleidung benötige man auch nicht, und wenn, dann wegen der Moskitos möglichst Langärmliges und Leichtes.

Mücken seien bekanntlich vor Ort die größte Gefahr, lässt Knüttgen einfließen. Na ja, und Skorpione. "Deshalb will ich nur festes Schuhwerk sehen", fordert er. Und selbstverständlich Sonnenschutz. Auch an Regenschutz sei zu denken, an wasserdichte Boxen und Beutel zum Verstauen aller Habseligkeiten. "Wenn da der Regen kommt, dann geht das ab wie mit Eimern", klärt der Erste Scout auf. Die Kleider sollten einem doch wohl nicht vom Leib faulen, wie es der Ako-Pro-Gruppe 2001 in Nepal passiert sei. Bei den Frischlingen haben sich kleine Stirnfalten gebildet. "Das ist schon eine andere Welt da", sagt tapfer Johannes Vehrenberg, der als Scouter bislang erst in die Eifel vorgedrungen ist. Aber als Sohn eines Entwicklungshelfers hat sich der 17-Jährige natürlich längst alle Impfungen verpassen lassen. Faul am Strand liegend habe er die Sommerferien nicht verleben wollen. "Und jetzt beneiden mich meine Freunde total, dass ich in der Westafrika-Gruppe bin."

Mutter Maria Vehrenberg beschlichen angesichts dieser Pläne anfangs schon Skepsis und Angst vor Krankheiten, gibt sie zu. "Aber ich weiß ihn in guten Händen." Und wenn sich der Sohn das Ganze zutraue, dann werde es eine Bereicherung fürs Leben. "Wir planen mit dem ortsansässigen Verein Kota, das erste Gebäude einer medizinischen Station zu errichten", erklärt Marie Käufer. Die stellvertretende Ako-Direktorin ist ebenfalls in Burkina Faso dabei. "Die Gelder für die Reise und das Gebäude haben wir uns selbst erarbeitet." Mit einem Afrika-Tag an der Schule, mit Sammelaktionen, mit phantasievollen Einsätzen jedes Einzelnen. Es fehle aber zu den benötigten 25 000 Euro Baukosten noch eine ganze Ecke. Das will man am heutigen Dienstag mit einem Sponsorenlauf und möglichst mit Spenden reinholen, erklärt Klaus-Jürgen Knüttgen. "Wir freuen uns darauf, wenn es am 25. Juni in den Flieger geht", meinen Nicola Schiprowski und Jil Paul, beide 15. So lernten sie eine neue Kultur kennen, und aktiv helfen sei "schon was anderes als nur spenden". Kontakt: 0228/82 00 34 10 und www.ako-pro-seminar.de.