Prozess im Fall Sigrid Paulus

Acht Jahre Haft für Ehemann gefordert

Der Angeklagte neben seinem Verteidiger Gerd Pauka beim Prozessauftakt.

KÖNIGSWINTER/BONN. Im Fall Sigrid Paulus hat die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer am Donnerstagvormittag acht Jahre Haft für den angeklagten Ehemann gefordert.

Update 14.15 Uhr

Der Rechtsanwalt des Angeklagten hat im Prozess vor den Bonner Landgericht eine "milde Strafe" für seinen Mandanten gefrodert, ohne einen Zeitraum zu nennen. Die Vertreterinnen der Nebenkläger hatten dem 52-Jährigen vorgehalten, er habe das Vertrauen seiner Kinder missbraucht.

Sigrid Paulus' Ehemann zeigte daraufhin zum ersten Mal im Laufe des Prozesses eine Gefühlsregung. Unter Tränen erklärte er, dass er die Tat sehr bereue. "Es tut mir leid, dass ich meinen Kinder so viel Schmerz und Leid zugefügt habe." Er hoffe, dass das Vertrauen zwischen ihm und seinen Kindern in Zukunft wieder aufgebaut werden könne.

Ursprungs-Meldung 12.30 Uhr

Staatsanwältin Henrike Baumgarten sah in den Ergebnissen des vorgelegten Gutachtens über den Angeklagten keine Hinweise auf schuldmindernde Affekthandlungen. Sie plädierte auf acht Jahre Haft wegen Totschlags.

Vor der Schwurgerichtskammer des Bonner Landgerichts kommen nach der Anklagevertreterin die Anwältinnen der Nebenkläger (die drei Schwestern von Sigrid Paulus sowie Tochter und Sohn) zu Wort, bevor am Nachmittag der Rechtsanwalt des heute 52-Jährigen an der Reihe ist.

Am 14. Februar 2008 war ein Streit im Badezimmer eines Reihenhauses in Königswinter-Ittenbach so sehr eskaliert, dass der Ehemann seine Frau Sigrid Paulus erwürgte.

Eine Chronik der Ereignisse

  • 14. Februar 2008: Der heute 52-Jährige erwürgt seine Ehefrau Sigrid Paulus nach einem Streit im Badezimmer ihres Reihenhauses in Ittenbach. Die Leiche betoniert er an den darauffolgenden Tagen im Keller ein. Den Kindern erzählt er, die Mutter sei mit Hab und Gut ausgezogen und habe die Familie verlassen.
     
  • Dezember 2012: Anscheinend auf Drängen der inzwischen erwachsenen Tochter wird eine Vermisstenanzeige erstattet. Die Polizeiermittler sehen Anhaltspunkte für ein Tötungsdelikt, da Sigrid Paulus sich überhaupt nicht mehr gemeldet hat. Erstmals berichten auch die Medien über den Fall.
     
  • Januar 2013: In einem Fernseh- Interview mimt der Aushilfskellner den Ahnungslosen.
     
  • 16. Oktober 2013: Gleiches gilt bei seinem Auftritt in der Sendung "Aktenzeichen XY", wo der Fall der vermissten Sigrid Paulus vorgestellt wird.
     
  • 30. Oktober 2013: Bei einer Hausdurchsuchung zeigt der Angeklagte den Polizeiermittlern die Stelle im Keller des Wohnhauses, an der er die Leiche seiner Frau einbetoniert hat. Er wird vorläufig festgenommen.
     
  • 31. Oktober 2013: Das Bonner Amtsgericht erlässt einen Haftbefehl wegen Totschlags. Seitdem sitzt der 52-Jährige in Untersuchungshaft.
     
  • 14. November 2013: Auf dem Friedhof in Königswinter-Ittenbach wird Sigrid Paulus unter großer Anteilnahme der Bevökerung beigesetzt.