Abschied von Pater Innocent

Verabschieden sich von Pater Innocent (hinten rechts): Pater Thomas, Pater Josey, Pfarrer Scharf und die Gläubigen.

Am Ende war es Pater Innocent Lyimo selbst, der zum Abschied seine Pfarreiengemeinschaft Am Ennert tröstete.

Pützchen. Am Ende war es Pater Innocent Lyimo selbst, der zum Abschied seine Pfarreiengemeinschaft Am Ennert tröstete. Jung und Alt, die Schützen und die Frauengemeinschaften, die Chöre und Kindergärten, seine evangelischen und indischen Kollegen und sechs afrikanische Ordensbrüder waren am Sonntagnachmittag gekommen, um mit dem 49-Jährigen einen bewegenden Dankgottesdienst für seine drei fruchtbaren Beueler Jahre zu feiern.

Wie berichtet, wird der aus Tansania stammende Pater des Apostel Jesu-Ordens auf Weisung des Erzbistums zum 1. Dezember innerhalb einer Priesterrochade ins Bad Godesberger St. Marien und St. Servatius wechseln. Zuvor waren von dort die meisten indischen Karmeliterpatres unter anderem eben zum Ennert abgezogen worden.

"Ich freue mich mit Euch, dass ihr jetzt mit Pater Thomas Arakkaparambil und Pater Josey Thamarassery so tolle Priester bekommen habt", schlug Pater Innocent nach den monatelangen Unruhen an der Basis von sich aus bewusst versöhnliche Töne an.

Er scheide jetzt schweren Herzens. "Aber et hätt noch immer joot jejange. Weil ich die Liebe, die ihr mir hier gegeben habt, in meinem Herzen trage", zeigte sich der Priester aus Afrika nicht nur im Rheinischen sattelfest. Das brachte diesem Mann, der mit seiner überströmenden Herzlichkeit am Sonntagnachmittag die Kirche St. Adelheid mit rund 500 dankbaren Gläubigen gefüllt hatte, minutenlangen Applaus ein.

Die Ereignisse der vergangenen Monate hätten Spuren in der Pfarreiengemeinschaft hinterlassen, die Menschen seien durch Entscheidungen "radikal enttäuscht worden", hatte der stellvertretende Dechant Pfarrer Dieter Scharf gepredigt.

Auch Pater Innocent selbst sei "durch die Ereignisse hin und hergeschüttelt" worden, bedauerte er. Was beim "bunten Abend" danach im Pfarrzentrum, meist auf heiterer Ebene, schon drastischer ausgedrückt wurde. Innocent sei ein Priester, der das Evangelium kraftvoll mit ganzem Körpereinsatz verkünde. Vielleicht werde er links des Rheins nötiger gebraucht, um "den Menschen in schwieriger Situation beizustehen. Ganz sicher wirst du ihnen ein Segen sein", rief die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Brigitte Linden Pater Innocent zu.

Und dann regnete es Geschenke für den gerührten Pater: Es gab einen Zuschuss zur ersehnten Israel-Reise, aber auch einen ganzen Satz Kölschstangen. "Kölsch nennt unser humorvoller und immer dem Positiven zugewandte Innocent ja scherzhaft heiliges Wasser", lachte Lilo Patt-Krahe.