9 000 Gläubige gehen gemeinsame Wege

Hochamt zur Gründung der neuen Gemeinde Sankt Petrus in der Stiftskirche an der Kölnstraße

Bonn. Mit einer Eucharistiefeier und einem Empfang in der voll besetzten Stiftskirche vollzogen am Sonntag Katholiken im Zentrum Bonns die Vereinigung ihrer Gemeinden. Mit dem Beginn des neuen Jahres gingen die Pfarrgemeinden Sankt Johannes Baptist und Petrus - besser bekannt als die Stiftsgemeinde -, Sankt Marien und Sankt Joseph in einer neuen Gemeinde mit Namen Sankt Petrus auf. Pfarrkirche der rund 9 000 Mitglieder zählenden Gemeinde ist die Stiftskirche an der Kölnstraße.

Der Vereinigung vorausgegangen sei ein langer, nicht immer einfacher Prozess, sagt Pfarrer Raimund Blanke, leitender Pfarrer der Gemeinde. Hintergrund des Ganzen ist das Projekt "Zukunft heute", das, 2004 vom Erzbistum Köln initiiert, schon für zahlreiche Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche in Bonn sorgte.

So wurde bereits im Januar 2008 die Münsterpfarre aus dem Pfarrverband Bonn-Mitte herausgelöst und ein selbstständiger Verband. Letztlich sei er, so Blanke, froh, dass die Vereinigung der Gemeinden gekommen ist. Einst seien Sankt Marien und Sankt Joseph Ausgemeindungen der Stiftspfarrei gewesen.

Das, was jetzt passiere, sei eine "interessante Herausforderung", findet Günther Werker, der bisher Vorsitzender des Pfarrgemeinderates (PGR) der Stiftspfarre war und auch im neuen, vereinten PGR sein wird. "Es ist wichtig, dass sich jeder in der neuen Gemeinde beheimatet fühlt", sagt er. Da kann Pfarrer Blanke nur zustimmen. "Auf keinen Fall wollen wir das, was es an Tradition und Entwicklungen in den einzelnen Gemeinden gibt, aufgeben", betont er.

Mit den anderen Seelsorgern der Gemeinde, darunter auch Pfarrvikar Peter Adolf, wolle man das Gottesdienstangebot in allen Kirchen der Pfarrei aufrecht erhalten. Dass es irgendwann, im Zuge von Sparmaßnahmen, zur Schließung eines der Gotteshäuser der Gemeinde kommen könnte, sei zwar nie auszuschließen, sagt Blanke, fügt aber hinzu: "Ich würde mich mit allen Mitteln dagegen wehren."

Die Zusammenführung der Gemeinden, da sind sich Werker und Blanke einig, war und ist mit Kompromissen verbunden. Dennoch sind beide zuversichtlich. Laut Blanke müsse man nun seelsorgerisch neue Wege gehen. "Wir haben da auch schon etliche Ideen", freut er sich.