Das "Grüne C" am Meßdorfer Feld

34.000 Euro für einen Beton-Unterstand

BONN/REGION. Selten hat ein Projekt die Gemüter so bewegt wie das "Grüne C". Mit markanten Beton-Elementen wurden in den vergangenen Monaten wertvolle Freiflächen in Bonn und der Region miteinander optisch vernetzt. Was jedoch als Pilot- und Vorzeigeprojekt im Rahmen des NRW-Strukturprogramms "Regionale 2010" geplant war, stößt bei vielen Spaziergängern und Naturfreunden auf Unverständnis.

Sie fragen sich: Was kostet das Ganze? Und: Hätte das Geld nicht sinnvoller eingesetzt werden können? Anhand der Betonteile auf dem Meßdorfer Feld haben wir die Kosten für die einzelnen Elemente aufgelistet.

Die Gesamtkosten der Beton-Elemente für das Meßdorfer Feld betragen 84.930,31 Euro. Eine Aufstellung der Stadt Bonn zeigt, wie teuer jedes Element im Detail gewesen ist. Die darin genannten Einzelbeträge beziehen sich ausschließlich auf das Meßdorfer Feld, inklusive Material- und Einbaukosten, jedoch ohne Bäume und Infotafeln:

  • 33.983,43 Euro: Teuerster Einzelposten ist die 12,5 Tonnen schwere und vier Meter breite "Station", eine Art Beton-Unterstand mit Dach, Bank, Infotafel, Bäumen und Fahrradbügeln. Sie soll Mitte Februar an der Verlängerung Maarweg/Anfang Steinweg aufgestellt werden - also mitten im Feld.
  • 5835,17 Euro: Sonderhinweistafel "Meßdorfer Feld" mit Bodenplatte. Auch sie ist ein Einzelstück und bis jetzt noch nicht aufgebaut. Sie kommt auf dem Meßdorfer Feld an einen Platz nahe der Weißen Brücke.
  • 2952,39 Euro: Ruhebank samt Auflage, Rücken- und Armlehnen (fünf Exemplare).
  • 2231,25 Euro: Sondermarkierung mit Auffaltung (1 Exemplar).
  • 1889,72 Euro: Bodenplatte mit Kilometerhinweis "10 km" bzw. "9 km" (insgesamt 3 Stück).
  • 1786,19 Euro: Bodenplatte mit Aufschrift "Endenich" (sieben Stück). Die "Rhein"-Platten (sechs Stück) kosteten jeweils 1657,67 Euro.

Dass an einigen Bodenelementen noch gearbeitet wird, wie GA-Leser mitteilten, ist für die Stadt eine ganz normale Sache. Die Platte, die zu hoch stehe, sei ebenso bekannt wie der Umstand, dass die mit Hütchen gekennzeichnete Markierung "Rhein" am Burgweg noch keinen Richtungspfeil habe.

Der Grund dafür seien praktische Erwägungen: Die beauftragte Firma habe auf dem Bauhof zwar bei vielen Elementen schon die Pfeile angebracht. Wenn aber Elemente übereinander gelagert waren, habe man nicht die Möglichkeit gehabt, diese abzuheben. Diese Pfeile würden dann nachträglich montiert.

"Wir müssen die Steine mit einem halben Zentimeter Überstand einbauen, damit die Vergussmasse später nicht drüber läuft", erklärte Landschaftsbauer Carsten Sicars dem GA. Die erzeugte Stimmung sei nicht in Ordnung, denn er und seine Leute bekämen im Meßdorfer Feld den Zorn der Leute ab. Und würden sogar beleidigt, wie er sagt: "Das ist in Bonn nirgends so schlimm wie im Meßdorfer Feld."