Geschwindigkeitsbegrenzung in Bonn

30 km/h - Stadt prüft nächtliches Tempolimit auf Hauptstraßen

Die Stadt Bonn soll prüfen, ob auf den Hauptverkehrsstraßen nachts eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer eingeführt werden kann.

BONN. Die Stadt Bonn soll prüfen, ob auf den Hauptverkehrsstraßen nachts eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer eingeführt werden kann. Einen entsprechenden Prüfauftrag der SPD beschloss der Planungsausschuss am Mittwochabend mehrheitlich.

Laut Gabriele Klingmüller, stellvertretende umweltpolitische Sprecherin der SPD, geht die Idee zurück auf ein Mobilitäts-Hearing, das Ende Januar mit dem Umweltbundesamt stattgefunden habe. "Das ist eine kostengünstige Möglichkeit, die nächtliche Lärmbelastung zu begrenzen", sagte Klingmüller.

Erfolgreich erprobt werde dieses Modell bislang unter anderem in Berlin. In Bonn gebe es viele Straßen, auf denen es tagsüber nicht möglich sei, ein Tempolimit einzuführen. Dort könne diese Maßnahme wenigstens nachts für mehr Ruhe sorgen. Als mögliche Straßen in Bonn, auf denen eine Temporeduzierung sinnvoll sein könne, nannte Klingmüller die Römerstraße, die Trierer Straße und die Hausdorffstraße.

"Grundsätzlich sind wir nicht dagegen", sagte Hartwig Lohmeyer (Grüne). Er regte an, zudem zu prüfen, ob in Bonn das "System der zwei Geschwindigkeiten" notwendig sei. Sprich, ob auf Straßen, auf denen bislang 70 Stundenkilometer gefahren werden dürfe, künftig nicht Tempo 50 gelten sollte.

Kritik äußerte Joachim Decker von Bürger Bund Bonn. "Wir sind dagegen, weil das nicht kontrollierbar ist und damit ein reiner Show-Antrag", sagte Decker. Auch die Bonner Liberalen lehnen die Idee ab. "Das ist eine überregulierende Gängelung und führt lediglich dazu, dass die Bürger noch mehr auf Schleichwege ausweichen", sagte der planungspolitische Sprecher der Fraktion, Frank Thomas.