Hunde und Katzen aus dem Ausland

Wie Flugpaten Haustiere nach Deutschland bringen

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Bonn. In vielen Urlaubsländern sind Tierschutzeinrichtungen entstanden, die ausgesetzte Katzen und Hunde aufpeppeln, entwurmen, impfen und nach Deutschland vermitteln. Dabei helfen sogenannte Flugpaten.

Fünfmal war Nora Carthaus bereits als Flugpatin im Einsatz - pro Flug brachte sie ein Tier nach Deutschland. Alles verlief ohne Probleme, wie sie berichtet. "Ich habe mich vor Ort bei Tierschutzvereinen informiert und im Internet registriert." Danach habe der Verein die gesamte Organisation übernommen. Chip, Pass, alle erforderlichen Untersuchungen und Impfungen, die Boxen, Papiere und Bescheinigungen, der Transport der Tiere zum Flughafen sowie das Ein- und Auschecken. "Für mich war es kein Aufwand", erzählt Carthaus.

Ein Flugpate ist im Grunde das Bindeglied zwischen einem ausländischen Tierheim und den zukünftigen Tierbesitzern. Um die Tiere bei dem Rückflug aus dem Urlaub für vorgemerkte Tierbesitzer mitnehmen zu können, müssen sich Reisende auf Online-Portalen wie www.tiervermittlung.de oder www.flugpate.com eintragen lassen. Die Überführung ist für die Flugpaten kostenfrei. Die Kosten werden in der Regel von den künftigen Besitzern und Tierschutzvereinen getragen.

In der Regel seien für die Abwicklung sowohl beim Abflug im Urlaubsland als auch bei der Ankunft am Zielflughafen Beauftragte der Tierschutzorganisation vor Ort. Doch nicht alle Fluggesellschaften nehmen Tiere mit – mit einigen Billigfluggesellschaften stünden die Chancen meist schlecht, manche Airlines erheben zusätzliche Gebühren, die von vielen Tierschutorganisationen nicht gestemmt werden können. Man sollte also vorher abklären, ob die gebuchte Fluggesellschaft die Tiere auch wirklich transportiert. "Kleine Tiere können auch mit in die Kabine genommen werden", so Carthaus.

Julia Schrey, Vorstandsmitglied im Tierheim Bonn, beurteilt diese Angebote kritisch. "Es ist auf jeden Fall nur empfehlenswert, dass Tiere, die per Flugpate reisen, in ein Tierheim oder auf eine Pflegestelle kommen und dann so vermittelt werden, dass Interessenten sie erst bei mehreren Besuchen persönlich vor einer Adoption kennenlernen." Eine Vermittlung per Internet lehne sie ab. Es sei wichtig, dass die künftigen Besitzer die Tiere kennenlernen, bevor sie sie adoptieren.

Die Hunde müssten zudem zweifach geimpft sein und auf gewisse "Reisekrankheiten", die durch Zecken oder Sandmücken übertragen werden, negativ getestet worden sein. Auch kastriert sollten sie sein (Ausnahme seien Welpen). Es sollten keine Angsthunde ausgeflogen werden, sondern nur gut sozialisierte und menschenfreundliche Hunde.

Wer im Urlaub einen Findling in die Obhut eines Heims geben will, sollte sich zudem vorher informieren, wem er das Tier anvertraut. In den Anlagen privat organisierter Tierschützer haben die Vierbeiner oft bessere Chancen als in städtischen Zwingern, wo sie häufig eingeschläfert werden.