Schlechte Zähne

Dr. Ansgar Waldmann.

Dr. Ansgar Waldmann.

Tierärzte geben Tipps für unsere Leser: Diesmal informiert Dr. Ansgar Waldmann aus Bonn über typische und sehr häufige Zahnerkrankungen bei Katzen. FORL ist oft sehr spät erkennbar und sorgt für starke Schmerzen.

Häufig leiden Katzen unter einer Zahnerkrankung. Meist handelt es sich dann um FORL (oder Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen), einer mit Abstand häufigsten Zahnerkrankung bei Katzen. Dennoch ist sie vielen Katzenhaltern unbekannt.

Verursacher sind Odontoklasten, körpereigene Zellen, die eigentlich dem Abbau der Milchzähne dienen. Im Erwachsenenalter sind sie nicht mehr in Funktion. Bei der Erkrankung FORL sind die Zellen jedoch wieder aktiv und beschädigen die Zähne der erwachsenen Katze. Der Abbau beginnt dabei häufig an der Wurzel und ist daher sehr lange nicht sichtbar. Verbunden mit häufig vorkommendem Zahnstein, bleibt die Krankheit oft bis zum Endstadium unentdeckt. Die Ursache ist bisher unbekannt.

Für die Katze ist die Erkrankung sehr schmerzhaft. Katzen mit Zahnschmerzen fressen oft anfangs nicht schlechter als gesunde Katzen, so dass es für den Besitzer schwer ist, einen Unterschied festzustellen. Erst bei sehr weit fortgeschrittenem Zahnschaden können sich Symptome bemerkbar machen wie schnelles, hastiges Fressen und Futter fallen lassen, Zähneknirschen, vermehrtes Speicheln oder Kopfschieflegen beim Kauen.

Als Therapie ist derzeit nur das Ziehen der betroffenen Zähne möglich, denn nur so wird das Tier schmerzfrei. Oft betrifft es fast alle Zähne, so dass die Katze anschließend zahnlos ist. Für das Fressverhalten ergibt sich dadurch kaum eine Änderung, Trockenfutter wird dann eben auf der Zahnleiste gekaut. Eine regelmäßige Kontrolle der Zähne empfiehlt sich bei jeder Katze. Auch ein Röntgen der Zähne gibt Aufschluss über den Zustand.

Info: Jede Woche geben Tierärzte aus Bonn und der Region hier Rat. Diesmal die Praxis für Kleintiere, Dr. Ansgar Waldmann, www.tierarzt-bonn.de, Franz-Lohe-Straße 6 in Bonn.