Katzenschutzverein Bonn/Rhein-Sieg

Kuscheln mit Senioren

Hier lässt es sich gut aushalten: Eine Katze genießt die Nähe zu seinem Besitzer.

Hier lässt es sich gut aushalten: Eine Katze genießt die Nähe zu seinem Besitzer.

07.03.2016 Bonn/Rhein-Sieg. Oft klagen ältere Menschen darüber, dass Tierschutzvereine ihnen keine Tiere mehr geben wollen. Der Katzenschutzverein Bonn/Rhein-Sieg startet eine Kampagne und unterstützt gezielt ältere Menschen, die Katzen ein Zuhause bieten wollen. Im Notfall springt der Verein ein und versorgt das Tier.

Nicht immer ist die Situation leicht zu verstehen: Auf der einen Seite warten vor allem Katzen und Hunde oft jahrelang, manche sogar den Rest ihres Lebens in Tierheimen und Pflegestellen auf eine neues Zuhause. Auf der anderen Seite gehen ältere Menschen auf der Suche nach einem Tier bei Heimen und Pflegestellen oft leer aus, weil ihnen kein Tier anvertraut wird. Als Begründung heißt es, dass das Risiko für das Tier zu hoch sei, eines Tages nicht mehr vernünftig versorgt werden zu können.

Diese Haltung der Tierschützer ist nachvollziehbar, wenn man sich die vielen Katzen und Hunde in Tierheimen und Pflegestellen anschaut, die deshalb dort landeten, weil ihre Besitzer krank wurden oder gestorben sind und keinerlei Vorsorge für ihr Tier getroffen hatten.

Es gibt aber auch Alternativen und gute Kompromisse, von denen Tier und Mensch profitieren können, zum Beispiel mit der Aufnahme eines alten Tieres. Außerdem belegen viele Studien, wie gut Haustiere gerade Senioren tun, deren Kontakte eingeschränkt sind.

„Haustiere sind Bewegungsmotivator, Freund und Seelentröster und können Senioren im Alter wieder neuen Schwung verleihen“, sagt Meike Fritz vom Katzenschutz Bonn/Rhein-Sieg. Der Verein wirbt deshalb sehr aktiv dafür, ältere Menschen für die Aufnahme von Katzensenioren zu gewinnen.

Fritz: „Es gibt gute Gründe, sich im Alter für ein Haustier zu entscheiden: Haustiere vermitteln ihren Besitzern, geliebt und gebraucht zu werden und helfen, gesund zu bleiben. Senioren, die sich um ein Tier kümmern, sind aktiver, leiden seltener unter Depressionen, Schlafproblemen und hohem Blutdruck und haben mehr soziale Kontakte. Sich um jemanden zu kümmern, macht glücklich.“

Außerdem hält die Aufgabe in Bewegung und gibt dem Alltag Struktur und Sinn. Natürlich dürfen das Tier nicht auf der Strecke bleiben und die Bedürfnisse des Menschen vorangestellt werden. Es muss auch um das Wohl der Tiere gehen. Hunde brauchen regelmäßig Auslauf, Bewegung und Spiele, und auch eine Katze braucht Zuwendung.

Da aber auch die Haustiere alt werden – wegen der guten medizinischen Versorgung älter denn je, brauchen sie ein Zuhause, in dem es nicht so turbulent zugeht wie beispielsweise in einem Haushalt mit kleinen Kindern. Katzen- und Hundesenioren mögen es meist ruhiger und genießen es, stundenlang ihrem Herrchen und Frauchen zu Füßen zu liegen.

Natürlich muss auch bei älteren Tieren gewährleistet sein, dass sie zum Tierarzt gebracht werden können, ausreichend Bewegung und Futter erhalten. „Oberste Priorität ist deshalb eigentlich ein Netzwerk fürs Tier“, sagt Fritz. Senioren sollten dafür sorgen, dass Nachbarn oder Bekannte im Notfall das Tier versorgen.

Doch was ist mit älteren Menschen, die sich ein Tier wünschen, aber kein Netzwerk haben? „Hier möchten wir ansetzen und Senioren die Möglichkeit bieten, ein älteres Tier aufzunehmen und ihm die Chance auf ein geliebtes, ruhiges zu Hause zu geben“, sagt Susanne Wanninger, Vorsitzende vom Katzenschutz Bonn/Rhein-Sieg.

Möglich ist dies beispielsweise auch als Dauerpflegestelle für ältere Katzen. Das würde allen helfen: Die Senioren könnten sich um ein Tier kümmern und es lieben, müssten aber die Verantwortung nicht allein tragen. Der Verein steht unterstützend bereit – immer dann, wenn Hilfe nötig ist. Und die vielen Katzensenioren hätten die Chance, ein altersgerechtes Zuhause zu finden, wo sie genügend Zuwendung bekommen. Dennoch kommt diese Verbindung oft nicht zustande mit der Folge, dass Seniorenkatzen mehrere Jahre vergeblich in einer Pflegestelle auf eine Vermittlung warten.

Wanninger: „Wir möchten Kuschelplätze bei Senioren finden und eben als Verein dafür einstehen, was auch in unseren Vermittlungsverträgen verankert ist, nämlich im Falle eines Falles die Stubentiger wieder in unsere Obhut aufzunehmen. Aus unserer Sicht gibt es kaum Gründe, ein älteres Tier nicht an einen Senioren zu vermitteln.“

Info: Interessierte können sich an den Katzenschutzverein Bonn/Rhein-Sieg, Susanne Wanninger, wenden: (0 22 27) 9 33 77 52 (AB) oder (01 70) 1 64 64 27 (Doris Pfaff)