GA-Sprechstunde

Hundeschule – ein Muss?

Tierärzte geben Tipps für unsere Leser: Diesmal erklärt Dr. Dorothee Radmacher-Billaudelle aus Bonn, warum der Besuch einer Hundeschule für das gute Zusammenleben von Mensch und Tier so wichtig sind. Es geht vor allem auch darum, die Welt aus der Sicht des Tieres zu begreifen.

Nachdem es in der Vergangenheit häufiger zu Beisszwischenfällen gekommen ist und die „Landeshundeverordnung“ ins Leben gerufen wurde, gehen immer mehr Hundebesitzer mit ihrem Tier zur Hundeschule.

Bei der Erziehung eines Hundes ist es wichtig, die Welt aus der Sicht des Tieres zu begreifen, um Verhaltensweisen zu verstehen. Genauso wichtig ist es für den Hund, die „Hundesprache“ zu lernen, die oft nur aus Blicken, Körperhaltungen oder Gesten besteht.

Die Sozialisierung, also das Kennenlernen fremder Hunde und Rassen, beginnt am besten in den ersten Lebensmonaten. Da Welpen meist in den ersten Wochen nur mit Geschwistern, also Welpen der eigenen Rasse zusammen sind, müssen sie lernen, dass auch Hunde mit anderen Kopf- oder Ohrenformen keine Angstgegner sein müssen, sondern oft gute Spielkameraden abgeben.

Ebenso wichtig ist es, sie in den ersten 16 Lebenswochen möglichst mit allem vertraut zu machen, was später Angst auslösen könnte, wie Bus- und Bahngeräusche oder Autofahren, da in dieser Zeit die Angst noch nicht sehr ausgeprägt ist. Dies gilt zumindest für Tiere, die von ruhigen Müttern stammen.

Es ist auch sinnvoll, früh spielerisch Untersuchungen am Hund vorzunehmen und vielleicht nur zum „Leckerchen abholen“ zum Tierarzt zu gehen, damit auch diese Besuche später nicht angstbehaftet sind.

Info: Jede Woche geben Tierärzte aus Bonn und der Region Rat zu Themen rund um das Tier. Diesmal die Praxis Dr. Radmacher: www.kleintierpraxis-dr-radmacher.de Lenaustraße 5, Bonn