Gefährliches Stöckchen

Tierärzte geben Tipps für unsere Leser: Diesmal informiert Dr. Ansgar Waldmann aus Bonn über die Gefahren beim Spielen mit Stöckchen und der Gabe von echten Knochen für Hunde. Beides kann splittern und gefährliche Verletzungen hervorrufen. Besser Bälle werfen oder auf Markknochen verzichten.

Stöckchen werfen ist sowohl für Hund und Halter ein großes Vergnügen, aber auch sehr gefährlich. Dass ein Stöckchen splittern kann, ist inzwischen bekannt. Wenn der Ast aber beim Spiel im Maul abbricht, kann das zu bösen Verletzungen führen. Manchmal bleibt nur ein Splitter in der weichen Schleimhaut stecken und entzündet sich. Das ist schmerzhaft, jedoch nicht tödlich. Schlimmer wird es, wenn der Stock Blutgefäße verletzt.

Die Maulschleimhaut ist gut durchblutet, der Blutverlust kann sehr hoch werden. Im schlimmsten Fall gräbt sich der Ast jedoch so in die Maulhöhle, dass er selbst operativ – aufgrund der Lage zu den großen Blutgefäßen am Hals – nur schwer entfernt werden kann. In einigen Fällen können die Verletzungen so schwerwiegend sein, dass das Tier daran verstirbt oder erlöst werden muss.

Auch von Markknochen sollten Hundebesitzer Abstand nehmen. Die Hunde freuen sich und sind lange damit beschäftigt, jedes Fitzelchen von dem Knochen zu entfernen. Eine schöne Beschäftigung. Wenn sich jedoch der Knochen mit der Öffnung über den Unterkiefer schiebt, bleibt dieser hinter den Eckzähnen stecken und es gibt kein Zurück mehr. Dann bleibt nur der Gang zum Tierarzt.

Wenn man auf Markknochen nicht verzichten möchte, sollte man ihn so auswählen, dass die Öffnung nicht über den Unterkiefer passt. Und anstelle des Stöckchens kann der Hundehalter das nächste Mal einfach einen Ball zum Werfen mitnehmen.

Info: Jede Woche geben Tierärzte aus Bonn und der Region hier Rat zu Themen rund um das Tier. Diesmal die Praxis für Kleintiere, Dr. Ansgar Waldmann, www.tierarzt-bonn.de, Eduard-Otto-Str. 34, 53129 Bonn.