GA-Sprechstunde

Gefährliche Maden

Bonn. Tierärzte geben Tipps für unsere Leser. Diesmal informiert Dr. Jasmin Riemel aus Bonn über die Gefahren für Kleintiere, wenn Fliegenmaden in offene Wunden oder nässende Stellen geraten. Halter sollten Stall sauber halten und bei Befall unbedingt schnell zum Tierarzt.

Als Myiasis (Fliegenmadenkrankheit) bezeichnet man den Befall mit Larven von Fliegen. Der Madenbefall wird von Schmeißfliegen oder Fleischfliegen ausgelöst.Die Maden wandern dabei zerstörerisch in das Körpergewebe des Haustieres ein und ernähren sich davon. Besonders gefährdet sind kleine Haustiere wie Kaninchen und Meerschweinchen.

Die Fliegen werden durch verschmutzte Käfigeinstreu, Komposthaufen oder durch die verunreinigten Tiere selbst angelockt. Anfällig sind Tiere, die an einer Fellpflege durch Fettleibigkeit oder Wirbelsäulenerkrankungen gehindert sind, jedoch auch Tiere mit Wunden und Verletzungen, Durchfallerkrankungen oder Harnwegsinfektionen.

Je nach Temperatur schlüpfen aus den abgelegten, reiskornartigen Eiern bereits nach wenigen Stunden die etwa ein Zentimeter großen Maden, die in die Haut eindringen. Es kann zu schweren bakteriellen Infektionen und zur Blutvergiftung kommen. Typisch ist ein fauliger Geruch, Apathie und Nahrungsverweigerung. Unbehandelter Madenbefall kann in kurzer Zeit zum Tod des Tieres führen.

Deshalb sollten betroffene Tiere schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden. Die betroffenen Stellen werden geschoren, Wunden gespült und desinfiziert. Alle Maden müssen entfernt werden. Je nach Schwere der Erkrankung wird die Gabe eines Antibiotikums erforderlich, eventuell sogar eine chirurgische Wundversorgung notwendig sein.

Sollten die Maden bereits tief in Muskulatur, Bauch- oder Brusthöhle eingewandert sein, bleibt oft nur, das Tier schmerzlos zu erlösen.

Um es erst gar nicht soweit kommen zu lassen, sollten die Ställe der Tiere im Sommer besonders häufig gereinigt und verschmutztes Einstreu täglich entfernt werden.

Besonders in den warmen Sommermonaten sollten Besitzer ihre Haustiere – vor allem Kaninchen und Meerschweinchen – am besten zweimal täglich nach Wunden und Verletzungen absuchen. Das sollten auch Tiersitter tun, wenn sie während der Urlaubszeit Tiere versorgen.

Info: Jede Woche geben Tierärzte aus Bonn und der Region hier Rat zu Themen. Diesmal die Praxis Dr. Jasmin Riemel; www.tierarzt-riemel-bonn.de; Hauptstraße 76, Bonn.