Vorsicht vor Insektenstichen

Behörde für Naturschutz warnt vor Wespenplage

Anflug der Wespen

1. Bleiben Sie cool: Viele Menschen reagieren panisch, wenn sie von einer Wespe umschwirrt werden. Doch das ist genau falsch, denn hektische Bewegungen oder Anpusten machen die Insekten aggressiv. Bewahren Sie deshalb Ruhe und bewegen Sie sich langsam.

Bonn. Die Naturschutzbehörde SGD Nord erwartet in diesem Sommer eine Wespenplage. Diese Verhaltenstipps schützen vor den teils gefährlichen Stichen.

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord mit Sitz in Koblenz erwartet in diesem Sommer eine Wespenplage. Es gebe derzeit viele erwachsene Tiere, die zum Überleben Kohlehydrate bräuchten und diese unter anderem „an unserem Essenstisch“ suchten, teilte die Behörde am Freitag mit.

"Durch die milden Temperaturen hat fast die komplette Brut in den Eiern überlebt", erklärte SGD-Sprecherin Sandra Hansen-Spurzem auf GA-Anfrage. Dadurch schwirrten jetzt deutlich mehr erwachsene Tiere als sonst durchs Land.

Laut SGD Nord suchen vor allem zwei Wespenarten die Nähe zum Menschen: die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Deren Völker seien auf Tausende Tiere angewachsen. Gefährlich könne ein Wespenstich im Gesicht oder Hals werden, gar lebensbedrohlich bei einer allergischen Reaktion.

Die Tiere reagierten nur aggressiv, wenn sie sich angegriffen fühlten. Insofern sollte man sie nicht anpusten oder einengen. Die Behörde empfiehlt zudem, Essen und Getränke abzudecken. Kleinkinder sollten beim Essen im Freien beobachtet werden, zur Sicherheit aus einem dünnen Strohhalm trinken und nicht barfuß über Wiesen laufen.

Für die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe gilt lediglich der allgemeine Artenschutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Sie dürfen bei Vorliegen eines relevanten Grundes - zum Beispiel bei akuter Gefahr für die Gesundheit - gefangen, verletzt oder sogar getötet werden, so die Naturschutzbehörde.

Anders verhalte es sich bei Hornissen sowie allen heimischen Arten von Bienen, Hummeln, Kreisel- und Knopfhornwespen. Diese Arten seien gesetzlich besonders geschützt und dürften daher nicht ohne vorherige artenschutzrechtliche Befreiung beeinträchtigt werden.