Usutu-Virus breitet sich aus Amselsterben in Deutschland geht weiter

Eine am Usutu-Virus erkrankte Amsel. Der Federverlust im Kopfbereich ist ein gut sichtbares Symptom.

Hannover/Berlin. Der aus dem südlichen Afrika stammende Usutu-Virus sorgt aktuell für ein massives Amselsterben in Norddeutschland. Bereits mehr als 18.000 Vögel sind laut dem Naturschutzbund Nabu bisher verendet oder erkrankt. Im Bonner Raum gibt es bisher keinen bekannten Fall.

Naturschützer beobachten in diesem Jahr ein verstärktes Auftreten des für Vögel gefährlichen Usutu-Virus. Bundesweit seien bereits mehr als 18.000 Tiere verendet oder erkrankt, teilte der Naturschutzbund Nabu am Mittwoch in Hannover und Berlin mit. Besonders betroffen ist den Angaben zufolge der Norden Deutschlands. Rund ein Viertel aller Fälle komme aus Niedersachsen.

Das aus Südafrika stammende Usutu-Virus befällt vor allem Amseln, in selteneren Fällen auch andere Vogelarten wie Singdrosseln, Meisen oder Finken. In diesem Jahr sind laut Nabu mehr Vögel betroffen als jemals zuvor. Das durch Mücken übertragene Virus trat erstmals 2010 in Südwest-Deutschland auf und breitet sich seitdem immer weiter nach Norden aus. Wo es neu auftrete, komme es vor allem bei Amseln zu einem Massensterben, hieß es.

Usutu-Infektionen treten nach Angaben der Naturschützer vor allem im Spätsommer auf. In diesem Jahr gingen beim Nabu bereits 8.881 Verdachtsmeldungen ein. 2.345 Meldungen beziehen sich auf Niedersachsen, 1.320 auf Hamburg, 975 auf Schleswig-Holstein und 357 auf Bremen.

Pro Tag gingen bundesweit weiterhin etwa 400 Meldungen ein, hieß es. Der Verband ruft dazu auf, kranke oder tote Tiere per Internet zu melden oder frische verendete Kadaver beim Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg einzusenden. So könne diese neue Vogelkrankheit erfasst und untersucht werden.

Keine Hinweise auf Usutu-Befall im Raum Bonn

Beim Nabu Bonn ist bisher nach eigener Aussage noch kein Fall gemeldet worden, der auf einen Amselbefall mit dem Usutu-Virus hindeutet. Hinweise auf den für die Vögel meist tödlichen Virus sind blutige Stellen am Vogelkadaver sowie ein starker Federverlust, so der Nabu weiter.

Eine Ausbreitung auf Nordrhein-Westfalen und den Raum Bonn drohe aktuell nicht. Allerdings könnten laut Angaben des Nabu eine Fortsetzung des warmen Wetters eine weitere Ausbreitung wahrscheinlicher machen. Daher hoffe man auf kühlere Temperaturen.

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