Kleine Raupen, großer Hunger

Gespinstmotten mit Wasserstrahl entfernen und aufsammeln

Die Raupen der Apfelbaumgespinstmotten legen weiße Geflechte am Baum an. Hobbygärtner sollten die Nester entfernen.

Die Raupen der Apfelbaumgespinstmotten legen weiße Geflechte am Baum an. Hobbygärtner sollten die Nester entfernen.

21.06.2019 Bonn. In vielen Gärten sind in diesem Frühsommer seltsame Geflechte zu sehen: kahl gefressene, silbrig eingehüllte Sträucher und Bäume. Schuld ist keine Spinne, sondern die sogenannte Gespinstmotte, die sich in den Bäumen ausbreitet. Was dagegen hilft:

Als würden Wolken in den Ästen hängen: So sieht es aus, wenn Gespinstmotten zum Beispiel einen Apfelbaum befallen haben. In diesem Stadium sind die Raupen im Kokon gut geschützt.

Deshalb bringt es dann nichts, mit Pflanzenschutzmitteln gegen die Tiere vorzugehen. Darauf macht der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW aufmerksam.

Meist hilft nur, die Gespinste mit den massenhaften Raupen zu entfernen - man sollte die Tiere am besten absammeln oder mit einem harten Wasserstrahl herunterspritzen. Damit die Raupen nicht wieder den Baum hochwandern, ist es wichtig, sie direkt vom Boden aufzusammeln und zu vernichten, raten die Experten.

Das Auftreten der Raupen begünstigen warme Trockenperioden im Frühjahr. Oft umspinnen die Raupen im Mai und Juni Endtriebe oder ganze Bäume mit ihren weißen Gespinsten. Dort verpuppen sie sich zu Schmetterlingen mit weiß-schwarz gepunkteten Vorderflügeln.

Bei einem starken Befall kann es zu einem kompletten Kahlfraß kommen. Dennoch sollte man nur nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel verwenden, um Vögel sowie andere Fressfeinde der Raupen nicht zu gefährden. Das Mittel muss frühzeitig im Jahr zum Einsatz kommen - bevor sich stärkere Gespinste bilden. Ein gesunder Baum übersteht den Befall und treibt laut Experten wieder neu aus. (dpa)