Pappelwolle

Das steckt hinter den weißen Flocken in der Luft

Pappelwolle fliegt derzeit durch die Luft.

Pappelwolle fliegt derzeit durch die Luft.

Bonn. Wer in diesen Tagen an der frischen Luft unterwegs ist, der wird sie längst bemerkt haben. Wollige Flugsamen schweben umher und bedecken teilweise ganze Rasenflächen. Wir erklären, was es mit dem weißen Zeug in der Luft auf sich hat und inwiefern Allergiker betroffen sind.

Derzeit ist sie fast überall in Bonn und der Region zu sehen: Pappelwolle (auch Pappelflaum genannt). Hierbei handelt es sich laut Cornalia Löhne, Wissenschaftliche Leiterin der Botanischen Gärten Bonn, um die Flugsamen der Pappel. Häufig verfangen sich die wollig-haarigen Samen in den Klamotten, im Gesicht und den Haaren, sobald man draußen unterwegs ist. Teilweise sind ganze Rasenflächen durch die Pappelwolle weiß gefärbt.

Dieses Phänomen halte in der Regel zwei bis vier Wochen an, sagt Löhne. "Sobald die Früchte reif sind, fliegen die Samen davon, allerdings sind natürlich nicht alle Früchte gleichzeitig reif." In jedem Fall handle es sich um eine gezielte Strategie der Bäume, um eine möglichst große Verbreitung zu gewährleisten. Der Effekt sei vergleichbar mit der Umwandlung des Löwenzahns in Pusteblumen.

In der Regel fliegt die Pappelwolle im Frühsommer durch die Luft, weil es dann besonders viele trockene Tage gebe. "Bei Regen kämen die Samen nicht besonders weit", erklärt Löhne. Allergiker können aber beruhigt sein: Bei der Pappelwolle handelt es sich nicht um Pollen der Pappel, die bereits im Frühjahr unterwegs sind. Allergien gegen die Pappelwolle sind Löhne nicht bekannt. Gefährlich kann die Pappelwolle allerdings doch werden: Sie ist schnell entflammbar. In Berlin musste die Feuerwehr im Jahr 2017 innerhalb von 42 Stunden zu 150 Einsätzen ausrücken - in allen Fällen ausgelöst durch brennende Pappelsamen.