Sanierung nach Plan

Hand in Hand sanieren

Wenn sich Gewerke gut absprechen, werden Doppelarbeiten bei der Haussanierung vermieden.

Wenn sich Gewerke gut absprechen, werden Doppelarbeiten bei der Haussanierung vermieden.

BONN. In der Region bieten eine Reihe von Handwerkerverbünden ihre Dienste an – was Hauseigentümern manchen Vorteil bringt. So werden beispielsweise unnötige Doppelarbeiten bei Aus- oder Umbau vermieden.

Wenn einen Kunde einen Altbau kauft, weiß der Bad Godesberger Immobilienmakler Jan-Peter Sattler-Riegel aus Erfahrung: „Oft braucht der neue Eigentümer vielfältige Unterstützung. Denn selten ist die gekaufte Immobilie in dem Zustand, den sich der Erwerber wünscht.“

So verhielt es sich bei einem Kunden von Sattler-Riegel, der ein Haus aus den 30er Jahren in Bad Godesberg gekauft hatte. „Dem Käufer war von Anfang an klar, dass eine umfassende Sanierung nötig sein würde.“ So musste die gesamte Hauselektrik erneuert werden, alle Fenster, sowie Bäder, die Heizung und die Wasserleitungen.

Der Eigentümer wandte sich zunächst an Jan-Peter Sattler- Riegel mit der Bitte, ihm fachkundige Handwerksbetriebe zu nennen. Schließlich drängte den Käufer die Zeit: „Der Mann wollte den sanierten Altbau so schnell wie möglich beziehen“, erinnert sich Sattler-Riegel.

Und er konnte mehr tun, als Handwerksunternehmen weiterzuempfehlen. Schließlich ist der Makler seit geraumer Zeit Mitglied des Meisterteams Bonn/Rhein-Sieg, eines sogenannten Handwerkerverbundes. Diese Mitgliedschaft ermöglichte es dem Makler, schnell aus einem bewährten Pool aus Fachleuten zu schöpfen, vom Trockenbauer über den Heizungs- und Sanitärfachmann bis zum Elektriker.

„Der Verbund wurde 2004 gegründet und besteht aus 14 Meisterbetrieben und vielen Fördermitgliedern aus der Region“, erklärt Dieter Weingärtner vom Meisterteam. Das Besondere an einem solchen Verbund sei aber nicht nur die Bandbreite der Leistungen, die der Kunde angeboten bekomme: „Zudem koordiniert eine Architektin die einzelnen Maßnahmen und das Team aus den jeweils benötigten Gewerken“, präzisiert er.

Weil sich die ausführenden Firmen kennen und „Hand in Hand“ arbeiten, profitiere am Ende der Kunde. Immobilienbesitzer vor allem beim Sanieren beziehungsweise Bauen mit einem Rundumservice zu unterstützten, um Bauvorhaben möglichst zügig und effizient umzusetzen, ist auch das Ziel anderer Zusammenschlüsse in der Region.

So ist beispielsweise Gisbert Weber, Immobilienmakler, Baufinanzier und -Projektierer aus Bonn-Duisdorf, ein großer Freund davon, dass sich Fachleute verschiedenster Professionen zu einer Betreuung von Baumaßnahmen zusammentun.

Ebenfalls aufgrund eines eigenen beruflichen Bedarfs hat Weber vor acht Jahren das „Bonner Bauhandwerk“ aus der Taufe gehoben. Ein Zusammenschluss von mittlerweile 16 Firmen aus Handwerk und Dienstleistern rund um die Immobilie plus Fördermitgliedern. In der nach dem Vorbild mittelalterlicher Zünfte gepflegten Kooperation lege man laut Weber viel Wert auf Kommunikation: „Die Firmenchefs treffen sich regelmäßig, um Manöverkritik zu betreiben.“

Anlass für die Gründung des Bonner Bauhandwerks war ein Kunde Webers gewesen, der eine zuvor gekaufte Immobilie renovieren wollte: „Die Zuverlässigkeit und der pünktliche Termin waren dabei das Wichtigste für den Käufer gewesen.“ Da Gisbert Weber, selbst auch zertifizierter Bausachverständiger, viele qualifizierte Unternehmen kennt, setzte er sich mit einigen Firmenchefs zusammen.

Erklärtes Ziel war es, eine verlässliche Truppe zu schaffen, die vor allem auf drei Säulen fußt: „Qualität, Seriosität und Zuverlässigkeit“, bringt es Weber auf den Punkt. Im Blick hatte man dabei vor allem die Kunden, denen man einen möglichst hohen Mehrwert für ihre Investitionen schaffen will.

Dazu gehöre beispielsweise der Abbau von Doppelarbeiten, sagt Weber: „Das ist nach meiner Wahrnehmung oft ein großes Problem bei Bauarbeiten.“ So sei es völlig unproduktiv, wenn beispielsweise ein Malermeister sechs Mal eine Baustelle inspiziere, um zu ermitteln, wann er mit seinen Arbeiten an der Reihe sei: „Das macht eine Leistung nur unnötig teuer“, bekräftigt Fachmann Weber.

Daher lege man beim Bonner Bauhandwerk, wo man sich auf Modernisierungen und die Schaffung barrierefreien Wohnraums spezialisiert habe, großen Wert auf eine ganzheitliche Betreuung von Bauvorhaben.

Dazu gehöre eben nicht nur eine Finanzierungsberatung und Projektierung. Was nach Aussage von Gisbert Weber zählt, „ist eben auch ein Controlling“. Darunter versteht er eine Koordinierung von Zeitabläufen und eine Kontrolle der Schnittstellen von Handwerkern. Das sei das Schwierigste überhaupt, so Weber, entscheide aber am Ende über die Bauzeit und „über das Geld der Kunden“.

„Wenn die Gewerke Hand in Hand arbeiten, gelingt vieles genauer, aber auch termingerechter und schneller“, lobt auch Wolfgang Schmeil, Experte bei der Kreishandwerkerschaft des Rhein-Sieg-Kreises in Sankt Augustin, den Wert solcher Zusammenschlüsse; „Wartezeiten zwischen den Gewerken werden minimiert.“ Da die manchmal anstrengende Koordination der Einzelgewerke entfällt, spare der Auftraggeber so Zeit und eventuell auch Geld.

Zudem liegen für Schmeil weitere Vorzüge offizieller Kooperationen wie der „Rheinwerker“ aus Bad Honnef und des „Meisterwerks“ aus Königswinter auf der Hand: „Die Betriebe sind natürlich nicht ausschließlich innerhalb der Kooperation tätig. Bauarbeiten der Kooperationspartner wird jedoch eine besondere Priorität eingeräumt. Ansonsten würde das Hand-in-Hand-Arbeiten auch nicht funktionieren.“

Wie eine Beauftragung konkret abläuft, erklärt Dieter Weingärtner vom Meisterteam: „Der Kunde erhält von jedem beteiligten Meisterbetrieb ein Angebot und beauftragt diese Firmen einzeln.“ Die Koordination bei der Bauausführung erfolge dann durch die Architekten des Meisterteams: „Diese Vorbereitungs- und Koordinationsleistungen bieten dem Kunden alle Vorteile eines Generalunternehmers, ohne dass ihm dafür zusätzliche Kosten entstehen.“

Unterm Strich hält Makler Sattler-Riegel die Mittel, die ein Eigentümer in einen Handwerkerverbund investiert, für gut angelegt. Er verweist auf seinen Kunden, der das Haus aus den 30er Jahren gekauft hatte.

Nachdem beim Meisterteam eine Architektin alle Umbauarbeiten mit dem Kunden erörtert hatte, „lagen bereits nach kurzer Zeit sämtliche Angebote der beteiligten Gewerke sowie ein Ablaufplan der gesamten Bauarbeiten auf dem Tisch“, erinnert sich der Makler: „Da alle Firmen untereinander eingespielt sind, konnte der komplexe Umbau innerhalb von drei Monaten zum anvisierten Termin gemeistert werden.“ Vor der Schlüsselübergabe war sogar noch Zeit für eine Grundreinigung.