Tipps gegen Influenza und Erkältung

So wappnen Sie sich gegen die Grippeviren

Normales Fieber ist eine Reaktion des Körpers auf Infekte. Wenn ein starker Schüttelfrost hinzukommt, muss dringend gehandelt werden.

Die Grippesymptome kommen plötzlich. Man kann sich aber vorbeugend schützen.

Bonn. Die Temperaturen sind eisig-kühl – die Grippesaison steht bevor. Jetzt beginnt die Zeit, in der man vorbeugend etwas gegen Erkältung und Grippe tun sollte.

Während eine Erkältung schleichend kommt, treten die Krankheitszeichen bei einer Grippe typischerweise ganz plötzlich auf: Fieber, starke Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Und die sind nicht zu unterschätzen. In der außergewöhnlich starken Grippesaison 2017/18 wurden dem Robert-Koch-Institut 1665 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Influenzainfektion gemeldet – in 87 Prozent der Fälle waren die Erkrankten 60 Jahre oder älter.

In Bonn waren Krankenhäuser überlastet, Kitas arbeiteten mit Notfallplänen. Insgesamt wurden in Deutschland rund 334.000 im Labor bestätigte Grippeerkrankungen registriert. Die Zahlen gelten nur als Spitze des Eisbergs, weil bei weitem nicht alle mit dem Virus verbundenen Fälle als solche erkannt und im Labor bestätigt werden. Doch was kann man tun, um sich vor der Grippe zu schützen?

Sich impfen lassen

Die wichtigste Maßnahme, um sich vor einer Ansteckung mit dem Grippevirus zu schützen, ist die Impfung. Als optimaler Impfzeitraum gelten die Monate Oktober und November. Nach dem Pieks dauert es 10 bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz vollständig aufbaut. Die Grippewellen starten meist im Dezember oder Januar. Eine Impfung wird vor allem Menschen über 60, chronisch Erkrankten (etwa bei Asthma oder Herzschwäche) und Schwangeren empfohlen.

Infografik: So verläuft die Grippesaison | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die Gefahr für Risikopatienten ist in diesem Jahr außerdem erhöht, weil Apotheken und Ärzten in Bonn und der Region die Grippeimpfstoffe ausgehen. „Einzelpackungen zu erhalten ist fast unmöglich. Wir haben einen echten Engpass“, sagt etwa Claus-Peter Müller, der eine Apotheke am Kaiserplatz betreibt.

Gründlich die Hände waschen

Rund 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über die Hände übertragen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen reduziert die Zahl der Keime auf der Haut auf bis zu ein Tausendstel. Die Empfehlung richtet sich auch explizit an Männer, denn Frauen waschen sich laut einer Studie oft gründlicher die Hände.

Auch Gegenstände und Flächen, die von Haushaltsmitgliedern häufig berührt werden, können mit Keimen besiedelt sein. Deshalb gilt nicht nur für Studenten-Wohngemeinschaften: Türklinken, Griffe oder Treppengeländer besser regelmäßig mit handelsüblichen Reinigungsmitteln reinigen.

Mit Vitamin C die Abwehrkräfte stärken

Wichtig zur Vorbeugung einer Erkältung ist neben der Hygiene eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Damit die Abwehrkräfte stark sind, benötigt der Körper gerade im Winter viel Vitamin C. Heißt: Man sollte täglich drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst zu sich nehmen. Denn sie zählen zu den besten Vitamin-C-Lieferanten, wie Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sagt.

Gegen Erkältungsviren hilft es laut Gahl übrigens wenig, Vitamin C und Zink als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. „Die Wirkung von solchen Präparaten zur Vorbeugung oder Heilung von Infekten ist wissenschaftlich nicht erwiesen.“ Also lieber auf Brokkoli, Paprika, Apfelsinen oder Kiwis setzen.

Bewegung stärkt das Immunsystem

Ein intaktes Immunsystem ist durchaus in der Lage, Erreger abzuwehren. Ist es geschwächt, etwa durch Stress, Schlafmangel oder Krankheiten, kann es den Viren weniger gut Paroli bieten. Das Immunsystem wird abgehärtet durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen und Saunagänge.

Und wenn es bereits zu spät ist?

Wer selbst erkrankt ist, sollte strikt auf Hygiene achten, Abstand halten, nur Einmal-Taschentücher verwenden und in die Armbeuge husten – so schützt man seine Lieben vor Ansteckung.

Mit dpa-Material