"Hans im Glück" & Co.

Der Aufstieg der kleinen Burger-Schmieden

Auch in Bonn eröffnet in Kürze eine Filiale von "Hans im Glück".

Eine junge Frau hält einen vegetarischen Burger des Franchais Unternehmens "Hans im Glück" in den Händen. (dpa)

Bonn. Mit der Eröffnung der Burger-Restaurants "Bonnanza" und "Hans im Glück" in Bonn stellt sich die Frage nach dem Erfolgsrezept kleinerer Burgeranbieter. Was steckt hinter dem Trend, bei dem sich die kleinere Restaurants gegen die Fast-Food-Riesen behaupten?

Wer momentan durch Großstädte schlendert, sieht sie an jeder Ecke: Burger-Restaurants, die mit ausgefallenen Namen ein individuelles und hippes Ernährungserlebnis versprechen. Auch in Bonn sprießen die Restaurants wie Pilze aus dem Boden. So gehen etwa die „Burgermanufaktur“ und das „Herr Lehmann Burger“ im Zentrum Bonns und „Hans im Glück“ in Poppelsdorf mit neuen Burgerkreationen und nicht ganz alltäglichen Zutaten auf Kundenfang. Dort wird zum Beispiel der gemeinhin als Rucola bekannte Salat zu „Rauke“ - das hört sich für viele gesünder an. Und Käse ist nicht mehr gleich Käse - „Heumilchkäse“ hingegen suggeriert Natur und Exklusivität, zwei Punkte, die für den Hippster von heute wichtig sind.

"Bessergestellte suchen Distanz zum Massenkonsum"

"Gerade bildungsbeflissene und finanziell Bessergestellte suchen die Distanz zum Massenkonsum“, sagt Kai-Uwe Hellmann, Konsumsoziologe an der TU Berlin. So gehe der Trend von den Großketten McDonalds und Burger King hin zu kleineren Burger-Anbietern, die auch regionale und frische Herkunft der Zutaten versprechen. "Eine gesundheitsbewusste Ernährung gehört für viele vordergründig zum Lifestyle, generationenübergreifend, ohne lebenspraktische Konsequenzen“, erklärt Hellmann den Erfolg von angesagten Restaurants, die ein gesundheitsbewusstes Image pflegen.

Auch McDonalds hat diesen Trend erkannt und versucht, über eine gesunde Angebotssparte und lokal eingekaufte Zutaten dem Konsumentenschwund entgegenzuwirken. "Uns hilft die neue Burger-Bewegung. Andere Anbieter haben uns angespornt, neu zu denken und uns neu zu orientieren", so Deutschland-Chef Holger Beeck. Der Gast sei deutlich anspruchsvoller geworden. "Es gibt eine größer werdende Klientel, die Bio bevorzugt."

Burgergenuss auch für Veganer und Vegetarier

Und so erweitern Bratlinge auf pflanzlicher Basis wie Quinoa oder Tofu das Angebot der neuen Burger-Schmieden - auch für vegane oder vegetarische Besucher. Die vermeintlich kleinen Burgerketten haben sich zudem auf das individualisierte Lifestyle-Phänomen eingestellt: Mit hausgemachten Schorlen, glutenfreien Speisen und ballaststoffarmem Essen wollen sie neue Kunden ansprechen und deren Wünschen entsprechen.

Wie erfolgreich dieses Konzept funktioniert, verdeutlichen die Wachstumsraten. So wird sich in diesem Jahr beispielsweise die Zahl der Filialen des Münchener Franchise-Unternehmens „Hans im Glück“ von 45 im vergangenen Jahr auf 85 in 2016 fast verdoppeln. Mit der Filiale in Poppelsdorf können ab Samstag die Bonner auch ihr kleines Stück vom Glück probieren.