Einbruchschutz

Zuschuss auch für neue Schlösser

Einbruchhemmend: Eine Mehrfach-Verriegelung an einer Wohnungstür ist eine der vielen Möglichkeiten, Vorkehrungen zu treffen.

Einbruchhemmend: Eine Mehrfach-Verriegelung an einer Wohnungstür ist eine der vielen Möglichkeiten, Vorkehrungen zu treffen.

BONN. Seit März fördern Bundesregierung und KfW nun auch kleine Maßnahmen zur Verbesserung des Einbruchschutzes. Davon profitieren Eigentümer und Mieter. Eine Förderung kann bereits ab einer Investition in Höhe von 500 Euro beantragt werden.

Immobilienbesitzer und Mieter, die etwas für den Einbruchschutz tun wollen, bekommen Unterstützung: Das Bundesbauministerium, das Bundesinnenministerium und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) weiten die Förderung für Sicherheitsmaßnahmen aus. Zielgruppe sind Wohneigentümer und Mieter, die ihre vier Wände gegen Einbrüche sichern wollen.

Interessant ist, dass seit Ende März auch kleinere Sicherungsmaßnahmen gefördert werden. Ein Zuschuss kann bereits ab einer Investition in Höhe von 500 Euro bei der KfW beantragt werden; bislang lag die Mindestinvestitionssumme bei 2000 Euro. Die Höhe des Zuschusses liegt bei zehn Prozent der investierten Mittel und beträgt zukünftig folglich mindestens 50 Euro.

Wie bisher sind bei entsprechend aufwendigen Einbruchschutzmaßnahmen bis zu 1500 Euro KfW-Zuschuss möglich. Damit wird jetzt beispielsweise schon der Austausch von Türschlössern finanziell unterstützt, erklärt der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD).

Eine der guten Nachrichten bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) jüngst für den Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei dürfte der Rückgang der Wohnungseinbrüche gewesen sein: Konkret registrierte die Polizei 2016 noch 1815 Fälle zwischen Bad Honnef, Bonn und Bornheim. Im Jahr davor waren es 2109 Einbrüche gewesen. Damit ergibt sich für das vergangene Jahr ein Rückgang um 294 Fälle – oder 13,9 Prozent. Ebenfalls beachtlich: Die Aufklärungsquote stieg von 9,8 Prozent auf 20,7 Prozent und damit um mehr als 100 Prozent.

Was aber die Präventionsexperten besonders freuen dürfte: Investitionen in den Einbruchschutz einer Immobilie scheinen sich für die Eigentümer auszuzahlen. Nicht von ungefähr waren im vergangenen Jahr 50,7 Prozent aller Fälle beim Wohnungseinbruchdiebstahl im Beritt der Bonner Polizei im Versuch stecken geblieben. Anders formuliert: Sicherheitsvorrichtungen der unterschiedlichsten Art hatten in mehr als der Hälfte der Fälle verhindert, dass Einbrecher an ihr Ziel gelangen konnten, also ins Haus und an Beute kamen.

Daher ist die jetzt erweiterte Förderung aus Sicht von Bundesbauministerin Barbara Hendricks sinnvoll. Zudem zeige ihr die große Nachfrage, „dass es da einen Bedarf gibt“, sagt Hendricks weiter: „Wir haben die Zuschussförderung für den Einbruchschutz daher noch einmal deutlich verbessert.“ Ziel ist laut Ministerin: „Jeder soll sich in seiner Wohnung sicher fühlen.“ Dabei könnten auch schon kleine Maßnahmen helfen, was der Bonner Bundestagsabgeordnete Kelber unterstreicht.

Auch seien diese Maßnahmen laut Kelber eine sinnvolle Ergänzung zu den Anstrengungen der Polizei im Bereich der Einbruchskriminalität, etwa durch die seit dem Jahr 2010 erfolgenden „deutlichen Mehreinstellungen“. Das Ergebnis ist für Kelber messbar: „Seit einigen Jahren sind die Einbruchzahlen jetzt endlich rückläufig.“

Möglich gemacht hat den Erfolg nach Ansicht von Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW-Bankengruppe, eben auch die die KfW-Zuschussförderung. So habe die KfW allein im vergangenen Jahr mehr als 40.000 Förderzuschüsse für Einbruchschutz gewährt, mittels derer in rund 50.000 Wohneinheiten verschiedene einbruchhemmende Maßnahmen realisiert worden seien.

Laut KfW können seit dem 1. April 2016 nicht nur Zuschüsse, sondern auch Förderkredite mit günstigen Zinssätzen für Investitionen in den Einbruchschutz beantragt werden. Hauptsächlich würden einbruchhemmende Haus- und Wohnungstüren sowie Nachrüstsysteme für Fenster eingebaut. Seit November 2016 könnten private Bauherren und Mieter online ihren Förderantrag bei der KfW stellen und erhielten „in wenigen Augenblicken ihre Förderzusage“, steht in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern und der KfW zu lesen.

In diesem Zusammenhang betont Bundesinnenminister Thomas de Maizière, dass neben Eigentümern auch Mieter von der neue Förderung des Einbruchschutzes profitieren könnten. Die Ausweitung der Förderung ist für den Innenminister mit Blick auf die besonders gravierenden Auswirkungen von Einbruchstaten für die Opfer gerechtfertigt: „Der Einbruch in die eigenen vier Wände ist für die Betroffenen ein massiver Eingriff, der häufig zu anhaltender Verunsicherung und Ängsten führt“, betont er. Neben dem materiellen Schaden sei die Verletzung von Privat- und Intimsphäre die oftmals mindestens ebenso bedeutende Beeinträchtigung.

Besonders beim Einbruchschutz für Mieter empfiehlt Peter Kox, stellvertretender Vorsitzender des Mieterbundes Bonn/Rhein-Sieg/Ahr: „Baulicher Einbruchschutz ist und bleibt die wirksamste Kriminalitätsprävention für Mieterinnen und Mieter. Daher ist es gut, dass solche Maßnahmen gefördert werden.“

Leider hätten Mieter aber keinen Anspruch darauf, dass ihr Vermieter in den Schutz der Wohnungen investiere, so Kox weiter: „Es ist aber für beide Seiten sinnvoll, gemeinsame Überlegungen anzustellen, wie die Wohnung am besten geschützt werden kann.“

Bei der Frage, welche kleine Sicherheitsmaßnahmen die Bonner Polizei empfehlen kann, mag Polizeisprecher Simon Rott nicht ins Detail gehen, weil er sagt: „Jeder Immobilienbesitzer hat ein sehr individuelles Schutzziel und auch eine sehr besondere Immobilie, in der er wohnt.“

Daher rate die Bonner Polizei vor einer Investition in Sicherheitstechnik, immer zuerst einen Beratungstermin mit den Präventionsexperten der Kripo zu vereinbaren: „Erst wenn sich unsere Fachleute die jeweiligen baulichen Gegebenheiten angesehen haben, und die Sicherheitsbedürfnisse der Bewohner abgefragt haben, lassen sich Empfehlungen zu sinnvollen Maßnahmen geben“, führt Rott aus.

Dabei weist der Polizeibeamte auch auf einen wichtigen Bestandteil der Beratungen hin, der oft verkannt wird: „Die Kollegen vor Ort empfehlen allein zertifizierte Systeme und Komponenten.“

Infos: www.kfw.de/zuschussportal www.kfw.de/einbruchschutz www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Einbruchschutz/ www.polizei.nrw.de/artikel__158.html