Immobilienmakler Roland Kampmeyer im Interview

„Bonn ist unternehmerisch höchst interessant“

Der Kölner Makler Roland Kampmeyer wird auch in Bonn Flagge zeigen.

Der Kölner Makler Roland Kampmeyer wird auch in Bonn Flagge zeigen.

BONN. Der Kölner Immobilienmakler Roland Kampmeyer erklärt im Interview, warum er mit einer Niederlassung in der Bundesstadt Fuß fassen will.

Der Kölner Immobilienmakler Roland Kampmeyer, der seit mehr als 20 Jahren ein Büro mit 15 Mitarbeitern in der Domstadt hat, wird ab Februar auch in Bonn Flagge zeigen. Und zwar zunächst am Rheinweg und von 2018 an mit einem großen Büro an der Reuterstraße 22. Was Roland Kampmeyer genau in der Bundesstadt vorhat und wie er auf dem bereits heftig umkämpften Markt Fuß fassen will, erklärte er Axel Vogel.

Warum ist Bonn für Sie so begehrlich?

Roland Kampmeyer: Ich kenne Bonn schon, seit ich 1995 als Immobilienmakler begonnen habe. Seitdem habe ich beruflich immer wieder in der Stadt zu tun. Den unglaublich erfolgreichen Strukturwandel Bonns von der Bundeshauptstadt zum internationalen Standort besonderer Güte habe ich miterlebt. Die Faszination, die von der Bundesstadt ausgeht, und ihre Nähe zu Köln waren unternehmerisch immer höchst interessant. Deshalb präsentieren wir uns dort von diesem Jahr an mit einem eigenen Unternehmensstandort.

Aber Köln glänzt doch ebenfalls mit internationalem Publikum.

Kampmeyer: Das ist sicher richtig. Aber es fällt auf, das man es in Bonn mit deutlich mehr Menschen zu tun bekommt, die den Standort international entwickeln wollen. Das hat sicher auch damit zu tun, dass die Dichte etwa an UN-Einrichtungen oder weltweit operierenden Konzernen wie etwa der Post deutlich komprimierter ist als in Köln. Daher verdient Bonn meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit als bislang, zumal der Standort, was die Immobilienpreise angeht, Köln kaum nachsteht.

Sie haben sich auf den Verkauf und die Vermietung von Wohnimmobilien spezialisiert. Genau daran mangelt es in Bonn. Da auch Sie nicht zaubern können: Wie wollen Sie an Objekte kommen?

Kampmeyer: Mit seiner stark umworbenen Marktsituation steht Bonn ja keineswegs alleine da. Makler müssen sich in gefragten Ballungsräumen entlang der Rheinschiene den Herausforderungen stellen und die Frage beantworten, worin ihre besonderen Stärken liegen. Schließlich hört das Geschäft ja nicht mit einem Schlag auf, weil das Angebot gering ist.

Was bedeutet das konkret für Verbraucher, die sich in Bonn häuslich niederlassen wollen?

Kampmeyer: Natürlich gibt es auch hier zusätzliches Potenzial durch die Planung neuer Stadtquartiere. Aber das wird nicht reichen, um die hohe Nachfrage zu decken. Es kommen mehrere Faktoren zusammen, die den Druck auf die Märkte erhöhen. Außer Unternehmen, Organisationen, Studenten und anderen Privatpersonen halten auch Investoren nach Wohnimmobilien Ausschau. Daher sage ich: Wir müssen Städte wie Bonn stärker in die Fläche denken.

Heißt im Fall von Bonn in den Rhein-Sieg-Kreis ausweichen?

Kampmeyer: So ist es. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis gehören zusammen. Makler sollten auch alternative Lösungen aufzeigen, an die der Einzelne nicht sofort denkt. Nicht jeder Interessent hat sich nur auf eine bestimmte Lage fokussiert und manch einem fehlen einfach Optionen. Die sind ganz häufig mit Fragen nach der Verkehrsanbindung und guten Bildungsangeboten für Kinder verknüpft. Bildungseinrichtungen sind im Übrigen ein Thema, das für viele Menschen immer größere Bedeutung gewinnt.

In Bonn tummeln sich bereits viele Maklerkollegen.

Kampmeyer: Sie haben Recht, es gibt in Bonn sicherlich genug Makler. Darum reden wir über einen starken Verdrängungswettbewerb. Verkauf und Vermietung werden aber auch häufig von Privatanbietern selbst organisiert und durchgeführt. Ihnen fehlt viel zu oft das richtige Dienstleistungsangebot. Wir geben die Antwort, indem wir Verkäufer und Vermieter mit unseren Leistungen aufmerksam machen wollen.

Was können Sie denn besser als andere Bonner Makler?

Kampmeyer: Glauben Sie mir: Wir haben uns den Bonner Markt und vor allem die Marktteilnehmer intensiv angeschaut. Auch, wie andere Maklerhäuser wahrgenommen werden und sich zum Beispiel digital im Internet darstellen. Nach unserer Auswertung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mein Unternehmen technisch hochwertige und flexible Antworten auf neue Wünsche und Bedürfnisse gibt.

Klingt ein wenig blumig.

Kampmeyer: Dann lassen Sie mich konkreter werden. Das Thema Information und Transparenz spielt in unserem Alltag eine entscheidende Rolle. Dabei nutzen wir konsequent alle Möglichkeiten der digitalen Welt und zwar so, um für den Kunden regional auf dem Markt ein gutes Ergebnis zu erzielen. An unseren Erkenntnissen lassen wir unsere Auftraggeber jederzeit teilhaben. Für uns sind dabei zwei Fragen entscheidend: Wo kann ich den Kunden abholen und wie ist seine Motivlage?

Wie wollen Sie Verbraucher auf sich aufmerksam machen?

Kampmeyer: Zum Beispiel durch einen umfangreichen Service, mit dem wir für den Bonner Markt und potenzielle Kunden in Vorleistung gehen, sozusagen als vertrauensbildende Maßnahme. Dazu gehört beispielsweise eine Homepage, die nicht nur viele Informationen zum Markt aufbereitet, sondern auch aktuelle Daten zum eigenen Geschäftsbetrieb: So kann man sich in Echtzeit informieren, wie viele Anfragen es derzeit gibt und wie viele Termine stattgefunden haben.

Gehört dazu auch der Marktbericht, den Sie für Bonn planen?

Kampmeyer: Genau. In Köln veröffentlichen wir diesen Marktbericht bereits seit 2012 einmal pro Jahr. Für Bonn wird der eigene Marktbericht am 1. Februar vorgestellt. Gemeinsam mit dem iiB Institut, der Statistikstelle der Stadt Bonn, IT NRW, ImmobilienScout24 und eigenen Recherchen sind über 50 Seiten Informationen zusammengekommen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mieten und Preise sich in den einzelnen Stadtteilen entwickeln und wo die Perspektiven liegen. Das Ganze wird so aufbereitet, dass es spannend und für Laien leicht verständlich ist.